Valorisierung von Weizen-Nebenprodukten, um neue präbiotische Verbindungen zu erhalten, die durch Modulation der Darmmikrobiota die Gesundheit beeinträchtigen

Stipendiatin/Stipendiat: Gabriela Precup

Der Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft durch Kreislaufwirtschaft erfordert neue Technologien und Strategien und erfordert einen konzeptionellen Wandel in den Produktionsketten. Eines der aktuellsten Themen in der Nachhaltigkeitsforschung dreht sich heute um die Valorisierung von Lebensmittelabfällen. Lebensmittelabfälle sind ein Thema von Bedeutung für die globale Ernährungssicherheit und eine verantwortungsvolle Umweltpolitik, die in direktem Zusammenhang mit den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen stehen. In der heutigen Lebensmittelindustrie gelten viele Nebenprodukte in der Produktionskette als wertvoll für die Industrie und werden verschwendet.

Laut FAO geht jedes Jahr ein Drittel der weltweit für den menschlichen Verzehr produzierten Lebensmittel - rund 1,3 Milliarden Tonnen - verloren oder wird verschwendet. In den Entwicklungsländern fallen 40% der Verluste auf der Nachernte- und Verarbeitungsebene an, während in den Industrieländern mehr als 40% der Verluste auf der Einzelhandels- und Verbraucherebene entstehen. Im Einzelhandel werden große Mengen an Lebensmitteln aufgrund von Qualitätsstandards, die das Aussehen überbetonen, weggeworfen. Während in der EU jährlich 88 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet werden, haben rund 800 Millionen Menschen weltweit nicht genug Nahrung, um ein gesundes aktives Leben zu führen. Die jährlich in der EU verschwendeten Lebensmittel könnten etwa 200 Millionen Menschen ernähren.

Getreide ist eine wichtige Kategorie von stark verschwendeten Lebensmitteln; jährlich werden etwa 400 Millionen Tonnen verworfen, was 30 % der gesamten Verschwendung ausmacht. Entlang der Lebensmittelversorgungskette tritt die Verschwendung auf, im Falle von Getreide, meist in der Produktion, nach der Ernte, die Verarbeitung von Faze, die Nebenprodukte wie Weizen-, Gersten-, Roggen-, Hafer- oder Reiskleie, Schalen oder Strohhalme erzeugt. Die Auswirkungen der Getreideverluste auf das Gesamtklima sind erheblich, da sie den größten Anteil am CO2-Fußabdruck haben (34 % der Gesamtmenge), und Weizen ist ein wichtiger Beitrag, da seine Produktion 97 % der Weltproduktion ausmacht.

Von großer Bedeutung ist das Potenzial von Weizen-Nebenprodukten, die hohe Mengen an bioaktiven Verbindungen wie Ballaststoffen und Nährstoffen enthalten, die von der nutrazeutischen Industrie verwendet werden können, da der Rohstoff billig und reichlich vorhanden ist. Die Verwendung von Weizen-Nebenprodukten zur Gewinnung von Mehrwertprodukten wie Präbiotika, die positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, stellt eine interessante Strategie dar, die zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf dem Markt beitragen kann. Die Auswirkungen dieser Nahrungsbestandteile auf die Darmmikrobiota weckten das Interesse vieler Forscher, die zeigten, dass sie über die Grundnahrung hinaus eine nützliche Rolle spielen.

Förderzeitraum:
06.02.2019 - 05.08.2019

Institut:
Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V. Abt. Technikbewertung u. Stoffkreisläufe

Betreuer:
Dr. Monika Heiermann

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