Projekt 16796/01

Öffentlichkeitskampagne: Sofortprogramm – CO2-Minimierungsinitiative Straßenverkehr

Projektdurchführung

Deutsche Umwelthilfe e. V.
Fritz-Reichle-Ring 4
78315 Radolfzell

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Deutschland hat sich verpflichtet, die CO2 Emissionen bis 2005 um 25 % gegenüber 1990 zu senken. Den größten Beitrag zu den Emissionen verursacht der Verkehrssektor. Die Selbstverpflichtung der deutschen Automobilindustrie den CO2-Ausstoß des Straßenverkehrs bis 2005 gegenüber 1990 um 25 % zu reduzieren, ist nur durch eine deutliche Senkung des Kraftstoffverbrauchs möglich.
Kurzfristig wirksame, den gesamten Fahrzeugbestand betreffende Maßnahmen werden bisher zu wenig beachtet. Leichtlauföle und Leichtlaufreifen, deren CO2-Einsparungspotential bei insgesamt 4 - 5 Prozent liegt, konnten sich bislang nicht durchsetzen. Eine weitere Maßnahme ist das ökologische Fahrer-Training. Die DUH startet eine Aktion für den Einsatz dieser kurzfristig wirksamen Maßnahmen und informiert über deren Effekte (Umweltschutz und Kosteneinsparungen). Die Mineralöl- und Reifenindustrie soll ermutigt werden, ihre Produkte für den blauen Engel anzumelden und weiterzuentwickeln. Die Automobilindustrie soll angeregt werden, in ihrer PKW-Grundausstattung ausschließlich Leichtlaufreifen und -öle einzusetzen. Werkstätten sollen motiviert werden, bei Servicearbeiten im Normalfall diese Produkte zu verwenden. Weitere Zielgruppen sind Pkw-Nutzer und die breite Bevölkerung.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden- Durchführung eines Expertenworkshop für Flottenbetreiber zum Thema Klimagas-Minderung im Straßenverkehr durch umweltorientiertes Pkw-Flottenmanagement
- Promotion verbrauchsarmen Fahrverhaltens über die Medien und bei Flottenbetreibern
- Zielgruppengespräche mit Entscheidungsträgern der Mineralölwirtschaft, der Reifen-, Automobilwirtschaft
- Erstellung Internetpräsenz und einer Dokumentation der DUH Aktivitäten
- Initiierung der transatlantischen Koalition Cars and Climate
- Ausarbeitung eines Faltblattes CO2-Minimierungsinitiative Straßenverkehr
- Wissenschaftliche Begleitung des Projekts und Erarbeitung von Handlungsempfehlung für Pkw-Flottenbetreiber.


Ergebnisse und Diskussion

Der Workshop wurde von allen Teilnehmern als großer Erfolg gewertet. Das Potential für CO2-Minderung durch umweltorientiertes Pkw-Flottenmanagement und damit verbundene Kostenminderungspotentiale wurden von den Unternehmen noch nicht ausreichend betrachtet. Um eine breitere Akzeptanz des ökologischen Pkw-Flottenmanagements zu erreichen, müsste die Bundesregierung die Umsetzung der Maßnahmen unterstützt. Hierzu führte die DUH mit Vertretern der Regierung weitere Gespräche.
Innerhalb des Workshops hat sich gezeigt, dass innerbetrieblich Hindernisse die Umsetzung von CO2-Minderungsmaßnahmen im Flottenmanagement erschweren können. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts entwickelte hier Handlungsempfehlungen. Ferner zeigte der Verlauf des Workshops, dass weitere regionale Fachveranstaltungen für Flottenmanager für die Umsetzung kurzfristiger CO2-Minderungsmaßnahmen hilfreich wären. Konzepte für weitere Veranstaltungen wurden im Verlauf des Projekts entwickelt und von anderen Organisationen umgesetzt.
Das Umweltbundesamt hat in einem Bericht an das Bundesumweltministerium die Ergebnisse des Workshop als wichtige Erkenntnisbasis für weiter Maßnahmen hervorgehoben. Die enge Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Koalitionspartner war im gesamten sowohl organisatorisch als auch inhaltlich erfolgreich. Die gute Zusammenarbeit vom Umweltbundesamt in seinem Bericht an das Bun-desumweltministerium ausdrücklich hervorgehoben.
Durch die Initiative stieg die Aufmerksamkeit für ökologisches Fahrertraining. Auch die bisher ehr ablehnende Haltung anderer Umweltverbände nimmt ab. Der Naturschutzbund NABU hat im Rahmen der Initiative CO2-Minderung Straßenverkehr für seine Mitglieder ein ökologisches Fahrertraining gestartet. 2002 werden NABU Mitglieder und Interessierte an ausgewählten Orten an eine umweltschonender Fahrweise herangeführt. Bis Ende September 2002 wurden bereits 250 Teilnehmer geschult.
Im Rahmen der Transatlantischen Koalition Cars and Climate ist es der DUH gelungen innerhalb kürzester Zeit Netzwerk von Umweltorganisationen, Umweltbehörden und Vertretern der Industrie aufzubauen. Da die politische Situation in den USA die Umsetzung kurzfristig wirksamer schwieriger macht, war die Bereitschaft amerikanischer Verbände und Institutionen zusammenzuarbeiten hoch. Bereits beim zweiten Runden Tisch konnte ein konkretes Aktionsprogramm für die weitere Kooperation erarbeitet werden, dass bis zum Projektabschluss vollständig umgesetzt wurde.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Die Initiative CO2 Minderung im Straßenverkehr wurde im am 17. Januar 2001 mit einer Pressekonferenz der deutschen Öffentlichkeit vorgestellt. Des weiteren präsentierte die DUH kurzfristige CO2-Minderungsmaßnahmen bei Sonderveranstaltungen der UN Klimakonferenz sowie dem Jahrestreffen des Transportation Research Board in Washington D.C.
Auf der Internetseite www.duh.de richtete die DUH eine Informationsplattform ein, auf der ausführlich über die Wirkungen der kurzfristigen CO2 Minderungsmaßnahmen im Straßenverkehr informiert wird und ausführliche Links zu anderen Informationsquellen angelegt. Für die Transatlantische Koalition Cars and Climate erstellt die DUH zu Informationsaustausch eine Internetplattform www.carsandclimete.org , die zum Informationsaustausch zwischen der Projektpartnern dient.


Fazit

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. konnte mit der Gründung der Initiative CO2-Minderung im Straßenverkehr einen wesentlichen Beitrag zur Umwetzung kurzfristiger Maßnahmen im Straßenverkehr beitragen. Vor allem der Workshop, der gemeinsam mit dem Umweltbundesamt und Deutschen Verkehrssicherheitsrat durchgeführt wurde, hat für die konkrete Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in Straßenverkehr neue wichtige Erkenntnisse gebracht. Die DUH konnte sich hier als professioneller Partner für das Umweltbundesamt und Vertreter der Automobil-, Mineralöl- und Reifenindustrie präsentieren.
Die Initiative erzielte bei alle Koalitionspartnern ein positives Echo. Der intensive Erfahrungsaustausch und die zusammengetragenen Informationen legten bereits im Projektverlauf den Grundstein für weiter Aktivitäten andere Organisationen.
Die positive Zusammenarbeit von Verbänden, Umweltbundesamt, Bundesumweltministerium und Vertretern der Wirtschaft vereinfacht die Umsetzung für zukünftige Klimaschutzmaßnahmen im Straßenverkehr.
Die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit mit Umweltverbänden und Umweltbehörden zeigt die Not-wendigkeit für das Netzwerke Cars and Climate. Eine Ausdehnung des Netzwerks auf Europäischer Ebene wurde von allen Partnern als sehr wünschenswert angesehen.

Übersicht

Fördersumme

99.294,93 €

Förderzeitraum

01.07.1999 - 31.03.2002

Bundesland

Bundesrepublik Deutschland

Schlagwörter

Bundesrepublik Deutschland
Klimaschutz
Umweltforschung
Umweltkommunikation
Umwelttechnik