Vermeidung und Verminderung von Pestiziden in der Umwelt

Aktuelle Förderinitiative

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Verteilung von Pestiziden auf einem Feld

Ausgangslage

Pestizide (Pflanzenschutzmittel und Biozide) haben in ihrer derzeitigen Anwendung eine schädliche Wirkung auf Ökosysteme und die biologische Vielfalt. Der Rückgang der Biodiversität zählt zu den dringendsten Umweltproblemen unserer Zeit. Das Ziel der in Deutschland bereits 2007 beschlossenen »Nationalen Strategie zur Förderung der Biodiversität«, bis 2020 den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen und den rückläufigen Trend umzukehren, konnte bis heute nicht ansatzweise erreicht werden. Biodiversitätsverluste werden vor allem in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften, aber auch in urbanen Räumen verzeichnet. Zu den Gründen für den wachsenden Biodiversitätsverlust zählen vorrangig die Vereinheitlichung der Standorte, Feldfrüchte und pflanzenbaulicher Maßnahmen sowie die Einträge von Nährstoffen und chemischen Pflanzenschutzmitteln.

Auch der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes von 2013 hat bis heute seine Ziele nicht erreicht. Von den circa 280 zugelassenen Wirkstoffen ist der Absatz in den letzten 25 Jahren in Deutschland nahezu gleich geblieben. Jährlich werden rund 30 000 Tonnen Wirkstoffe (ohne inerte Gase) bzw. circa 90 000 Tonnen Pflanzenschutzmittelprodukte ausgebracht (ebenfalls ohne inerte Gase). Trotz strenger Auflagen bei Zulassung und Anwendung werden nach wie vor Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und deren Metaboliten bei Messungen in Oberflächengewässern und im Grundwasser gefunden. Um die negativen Auswirkungen auf die Ökosysteme zu mindern, ist eine erhebliche Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes erforderlich.

Die DBU stellt fest, dass die Nachfrage nach alternativen Pflanzenschutzmaßnahmen sowohl in der Landwirtschaft als auch bei anderen Anwendern hoch ist, jedoch kaum praxiserprobte Alternativen verfügbar sind und gleichzeitig ein erheblicher Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht.

 

Ziele

Ziele der Förderinitiative sind

  • die Vermeidung und Verminderung von Pestizidrückständen in der Umwelt und
  • die Entwicklung ressourcen- und energieeffizienter nicht-chemischer Pflanzenschutzmethoden.

Förderfähig sind insbesondere innovative, modellhafte Projekte, die sich durch folgende Merkmale auszeichnen:

  • Ersatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln
    - durch physikalische (z. B. mechanische, thermische, optische) Methoden oder
    - durch biologische Alternativen
  • Minderung des Pestizideinsatzes
    - durch räumlich und technisch gezielte Anwendungen (z. B. Precision Farming)
    - durch Prognosemodelle und Expertensysteme
    - durch vorbeugende Maßnahmen zur Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit von Schadorganismen (z. B. Fruchtfolge, Anbaupausen)
    - durch Ermitteln von Schadensschwellen, die auch Biodiversitäts- und Umweltkriterien berücksichtigen
    - durch Schutz und Förderung von Nutzorganismen
    - durch neue Geschäftsmodelle (z. B. Chemical Leasing)
  • Alternative Konzepte im Vorratsschutz
  • Vermeidung des Eintrags von Pestiziden in Schutzgebiete

Relevant sind auch Projekte zur

  • Nachhaltigkeitsbewertung innovativer Pflanzenschutzkonzepte
  • Etablierung von Realexperimenten/Reallaboren in ausgewählten Landschaftsräumen

 

Antragstellung

Das Bewerbungsverfahren ist abgeschlossen. Wir nehmen keine weiteren Projektskizzen an.

Im Rahmen des DBU-Promotionsstipendienprogramms können aber weiterhin Anträge zu grundlegenden wissenschaftlichen Fragestellungen gestellt werden. Die Einreichungsfrist für Stipendienanträge ist der 15. Juni 2021 (siehe Förderleitlinien zum Promotionsstipendienprogramm).

911.22 kB - Aktualisiert/Update: 09.01.2020 16:54:44
Kontaktdaten der "Förderinitiative Pestizide"
Hier finden Sie eine Übersicht nach Förderthemen und unser Organigramm als PDF.