Aken. Vergangenen Samstagvormittag (29. März) probten rund 120 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Aken und des Löschverbandes-Ost, einer speziellen Einheit mit Feuerwehren aus den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Salzlandkreis, Wittenberg und der Stadt Dessau-Roßlau, das Vorgehen bei einem Waldbrand. Ein Feuer wurde dabei nicht gelegt. „Gemeinsam möchten wir erreichen, dass in Krisensituationen zeitnah und pragmatisch reagiert werden kann. Bei der Übung stand der Schutz der Stadt Aken sowie der Ortschaft Susigke vor einem Waldbrand aus der Kühnauer Heide im Fokus“, erklärte Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Überdimensionierte Rasensprenger können Waldbrände eindämmen
„Die Einsatzkräfte konnten verschiedene Löschsysteme im Wald sehr gut ausprobieren und haben drei Verteidigungslinien vor der Ortschaft Susigke, die zur Stadt Aken gehört, eingerichtet. Den größten Teil deckten die Kreisregner ab. Lediglich kleine Lücken ohne Löschwasserbrunnen in unmittelbarer Nähe wurden mit Hilfe von Löschfahrzeugen im sogenannten Pendelverkehr geschlossen“, informierte der Stadtwehrleiter der Feuerwehr Aken, Michael Kiel, der die Übung überwachte. Die an Feuerwehrschläuche anschließbare Technik sieht aus wie überdimensionierte Rasensprenger. Dank ihrer großen Wurfweite von mehr als 25 Metern im möglichen 360-Grad-Radius stellen sie die Bewässerung einer enormen Fläche sicher und können im Fall eines Waldbrandes in Reihe geschaltet eine Verteidigungslinie gegen die Flammen herstellen und die Ausbreitung des Feuers eindämmen. Da Waldbrände nicht zum täglichen Geschäft der Feuerwehren gehören, aber in den vergangenen Jahren klimabedingt durch lange Trockenperioden zunehmen, sind diese Übungen besonders wertvoll.
Nadelbäume feueranfälliger als Laubbäume
In dem ausgewählten Waldabschnitt wachsen vor allem Kiefern. „Nadelbäume sind grundsätzlich etwas feueranfälliger als Laubbäume. Zum einen gelangt durch die lichte Kiefernkrone viel Sonnenlicht auf den Boden, was ihn schnell austrocknet. Zum anderen brennen die trockenen Nadeln von Kiefern gut“, beschreibt Revierleiter Oliver Habelitz vom Bundesforstbetrieb Mittelelbe. Hinzu komme, dass Nadelbäume über einen großen Harzanteil verfügen, der zusammen mit ätherischen Ölen als Brandbeschleuniger wirken könne.
Waldbesitzerin begrüßt Engagement und dankt für Einsatz
„Die Waldbrandvorsorge ist aufgrund der klimatischen Entwicklungen mit hohen Temperaturen und geringen Niederschlagsmengen stärker in den Fokus gerückt. Wir freuen uns über das Engagement der Feuerwehr und danken für den Einsatz“, betont Belting. Als Waldbesitzerin sorge das DBU Naturerbe dafür, dass beispielsweise die Brandschneisen und die Hauptfahrwege auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz offenbleiben. Belting: „Letztlich sind wir aber alle gefragt, wenn es darum geht, Waldbrände zu vermeiden.“ Die Hauptursache für Waldbrände ist laut Umweltbundesamt menschliches Handeln. Unachtsamer Umgang mit der Natur wie das im Wald ohnehin verbotene Entfachen von Lagerfeuern oder das Wegwerfen eines einzigen Zigarettenstummels können dramatische Folgen nach sich ziehen. Auch Autos sollten grundsätzlich nur auf ausgewiesenen und dafür vorbereiteten Parkplätzen, nicht auf trockenem Gras am Seitenstreifen abgestellt werden, da dies ein Feuer entfachen könnte.