Projekt 20901/09

Beseitigung der Hochwasserschäden im Weltkulturerbe und der Kulturlandschaft Dessau-Wörlitzer Gartenreich (Teil des Soforthilfeprogramms zur Beseitigung von Hochwasserschäden an national wertvollen Kulturgütern), Sachsen-Anhalt

Projektdurchführung

Kulturstiftung Dessau-Wörlitz
Schloß Großkühnau
06846 Dessau

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Ziel des Projektes war die nachhaltige Beseitigung der durch die Flutkatastrophe im August 2002 entstandenen Schäden an Bau- und Gartendenkmalen in der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, die Bestandteil des Weltkulturerbes Dessau-Wörlitzer Gartenreich sind.
Der Gehölzbestand in Wörlitz, im Luisium und am Sieglitzer Berg befand sich durch die hohe und anhaltende Flut in einer außerordentlich kritischen Situation mit teilweise irreversiblen Schädigungen. Die Uferbereiche der Seen und Kanäle waren ausgespült, die Zu- und Abläufe der Parkgewässer und Grabensysteme durch angespülte Sedimentablagerungen auf einer erhebliche Schlammhöhe angestiegen, Wegeführungen teilweise oder völlig zerstört. Die Bausubstanz der überfluteten Gebäude und Parkarchitekturen wurde schwer geschädigt.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVor Beginn der Schadensbeseitigungsmaßnahmen erfolgte eine detaillierte Schadenserfassung des Gehölzbestandes, der Uferbereiche und eine Bausubstanzuntersuchung der geschädigten Architekturen.
Auf dieser Grundlage wurde ein Maßnahmeplan erstellt. Aus dem Bereich der Bau- und Gartendenkmalpflege wurden folgende Projekte im Rahmen der Förderung realisiert:
In Wörlitz die Beseitigung der Schäden an der Luisenklippe, die Wiederherstellung des Uferverbaus der Kanäle sowie die Neubepflanzung der Rousseauinseln mit 14 Pyramidenpappeln.
Im Luisium die Sanierung der Orangerie und des Eyserbeckhauses sowie die Gewässerinstandsetzung des Sees und die Rekonstruktion der Gartenszenerie am Schlangenhaus mit der Pflanzung von 65 Obstgehölzen.
Umfangreiche Gehölzsanierungsmaßnamen wurden im Sieglitzer Waldpark durchgeführt, welche Kronenpflegearbeiten an über 50 Bäumen zum Inhalt hatten.
Unter Berücksichtigung gartendenkmalpflegerischer Belange erfolgte parallel dazu die Wiederherstellung der historischen Uferböschungen sowie die Beseitigung der durch das Hochwasser angeschwemmten Sedimente und organische Substanzen in den Kanälen und im See Luisium im Rahmen von Entschlammungsarbeiten.


Ergebnisse und Diskussion

Nach der folgenschweren Katastrophe des Jahrhunderthochwasser vom Sommer 2002 galt es, die Spuren der verheerenden Zerstörungen im Gartenreich nachhaltig zu beseitigen. Gewaltige Anstrengungen mussten unternommen werden, um die Arbeiten zusätzlich zur planmäßigen Restaurierung der Schlösser und Kleinarchitekturen sowie der Rekonstruktion und Restaurierung von Gartenszenerien zu betreuen.
Die durch das Hochwasser erforderlich gewordenen Maßnahmen wurden, soweit es sich anbot, zugleich dazu genutzt, dem ursprünglichen Erscheinungsbild so nah wie möglich zu kommen sowie neue Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.
So entstand mit der Restaurierung der Orangerie Luisium als Überwinterungsraum für die Citruspflanzen und der parallelen Nutzung als Cafè inmitten von rekonstruierten, nach historischen Plänen angelegten Obstgehölzpflanzungen ein weiterer attraktiver Anziehungspunkt für die Besucher des Gartenreiches Dessau-Wörlitz.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Neben kontinuierlicher Pressearbeit wurden zur öffentlichkeitswirksamen Kommunikation der Erfolge der Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten von den Mitarbeitern der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz Vorträge gehalten und Sonderführungen veranstaltet.


Fazit

Die Fördermittelzusage der DBU nach der Flutkatastrophe 2002 war Teil des Soforthilfeprogrammes zur Beseitigung von Hochwasserschäden an national wertvollen Kulturgütern. Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz dankt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für die durch die Fördermittel eröffnete Möglichkeit, die Garten- und Baudenkmäler im Gartenreich bei aller gebotenen Eile nach den Qualitätskriterien für Denkmäler des UNESCO-Welterbes sanieren zu können.
Das Ziel der Maßnahmen, die nachhaltige Behebung der Hochwasserschäden, verbunden mit der Wie-derherstellung des bauzeitlichen Zustandes, wo dieser im Bestand nachweisbar und aus denkmalpflegerischen Gründen zum Nachvollzug der ursprünglichen Gestaltungsabsichten erforderlich war, konnte bei allen Projekten erreicht werden.

Übersicht

Fördersumme

1.000.000,00 €

Förderzeitraum

01.09.2002 - 31.03.2007

Bundesland

Sachsen-Anhalt

Schlagwörter

Kulturgüter
Landnutzung
Naturschutz
Umweltkommunikation
Umwelttechnik